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Forschungsdatenbank 2018 Jan Davidsz. de Heem (1606-1683/84).
Aktualisiert:   03.07.2026 Fotoarchiv Fotoarchiv Retuschen 2006 Retuschen 2006 Vorlage für das Portrait-Gemälde Vorlage für das Portrait-Gemälde Platzierung der Einzelmotive Platzierung der Einzelmotive kurz erklärt kurz erklärt über mich über mich
Im Jahr 2002 stellte ich Herrn Sam Segal (1933–2018) ein Gemälde vor, in dem er eine Vorbereitungsstudie von Jan Davidsz. de Heem zu dessen berühmten Werk Porträt von Prinz Wilhelm III. von Oranien vermutete. Sam Segal hat das prominente Werk, das den jungen Prinzen zeigt, im Rahmen der Ausstellung Jan Davidsz de Heem en zijn kring (Centraal Museum Utrecht / Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, 1991) unter der Katalognummer 22 kunsthistorisch erschlossen. Aufgrund dieser wissenschaftlichen Bearbeitung und eingehenden Bildanalyse waren ihm die spezifischen Flora- und Fauna-Motive des Portrait-Gemäldes detailgenau vertraut.
Recherchen belegen, dass die Provenienz Vorbereitungsstudie erstmals durch eine Versteigerung im Hause Lempertz, Köln, am 14. Dezember 1926 (Nr. 44) nachgewiesen werden kann, wo es als Werk von Jan Davidsz. de Heem aufgerufen wurde. Zur zweifelsfreien Identifizierung befand sich die Vorbereitungs- studie anschließend über sechs Jahre zur Untersuchung im Atelier Segal. Die Notwendigkeit dieser Prüfung ergab sich aus früheren Restaurierungen: Übermalungen und Kittungen der Malschicht verdeckten den ursprünglichen Zustand des Gemäldes. Erst nachdem diese Retuschen im Zuge einer weiteren, im Februar 2006 durch Sam Segal in Auftrag gegebenen Restaurierung ab- genommen wurden, war eine eindeutige Bestimmung möglich. Die Studie verblieb nach Abschluss dieser Maßnahmen von Februar 2007 bis zum 12. Juli 2010 im Atelier Segal / Amsterdam. Angesichts der nun freigelegten Originalsubstanz und der dokumentierten Faktenlage ist die Autorenschaft des Jan Davidsz. de Heem zweifelsfrei erwiesen.
Eine Zusammenfassung der Recherche
Sam Segal gilt posthum mein tiefempfundener Dank für die jahrelange Begleitung der Recherche zur Vorbereitungsstudie und zum Gemälde Porträt Wilhelms III. sowie für das Vermitteln wertvoller Expertenkontakte. Aus Altersgründen konnte er das Projekt letztlich nicht selbst zum Abschluss bringen.
Die Studie wurde daraufhin an den Eigentümer übergeben und befindet sich heute in einer Schweizer Sammlung. Ebenso möchte ich mich beim rechtmäßigen Eigentümer für die Bereitstellung des Bildmaterials und die freundliche Erlaubnis bedanken, diese umfassende Dokumentation veröffentlichen zu dürfen. Sein Entgegenkommen hat diese intensive Forschung erst ermöglicht.
Dieses Forschungsprojekt untersucht zentrale Fragen zu Signatur, Restaurierung und Provenienz auf Basis fundierter Quellenbelege. Ziel war es, beide Gemälde kunsthistorisch tiefgehend zu analysieren und auf dieser Website zu dokumentieren. Darüber hinaus galt es, künftig fehlerhafte Zuschreibungen zu widerlegen, die Eigenhändigkeit zu bestimmen und neue Impulse für die kunsthistorische Forschung zu liefern.
Die Makro-Detailanalyse ermöglicht dabei einen präzisen Blick auf die Feinstrukturen der Werke sowie die spezifische Handschrift und den künstlerischen Ausdruck von Jan Davidsz. de Heem. Zudem belegen Infrarot-Untersuchungen (IRR-Osiris A1) kompositorische Änderungen während des Malprozesses der Vorbereitungsstudie, die später in das GemäldePorträt Wilhelms III.“ übernommen wurden.
Mittels der vorliegenden retrospektiven Datenanalyse konnte der Zusammenhang zwischen einem gesicherten Werk de Heems und dieser Vorbereitungsversion nachgewiesen werden.
Die umfassende Recherche des historischen Quellenmaterials und die detaillierte Ausarbeitung basieren auf über 22 Jahren intensiver Forschungsarbeit.
Zur besseren Übersichtlichkeit ist die Ausarbeitung in drei Bereiche aufgeteilt, die unten separat eingesehen werden können:
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